3.2 Ein­füh­rung neuer Tech­no­lo­gien

In der Pro­duk­tion ist eine digi­tale Abbil­dung der Pro­duk­ti­ons­kette zur­zeit der Befra­gung in der Pla­nungs­phase. Damit soll eine Nach­ver­fol­gung sowie die Abfrage des Bear­bei­tungs­sta­tus jeder Glas­scheibe rea­li­siert werden. Die Parameter/Produktionsdaten wie die Größe und das Gewicht der Scheibe, die Tem­pe­ra­tur an der Maschine, die Bear­bei­tungs­zeit an jeder Sta­tion usw. können dann gespei­chert werden und lang­fris­tig für die Qua­li­täts­si­che­rung sowie For­schung und Ent­wick­lung im Unter­neh­men genutzt werden. Dafür werden auf jeder Glas­scheibe Bar­codes ange­bracht, die ein­ge­scannt und somit ins System auf­ge­nom­men werden können. Die Mit­ar­bei­te­rIn­nen können dann die Arbeits­schritte, welche die Scheibe bereits durch­lau­fen hat sowie jene, die sie noch durch­lau­fen muss, auf einer digi­ta­len Sta­tus­an­zeige ver­fol­gen.

Da geht es in erster Linie nicht darum, wie viel hat einer geschafft, son­dern um Sachen wie: Tritt am Ende ein Fehler auf? Tritt er auf ande­ren Fens­ter­schei­ben auch auf? Gehö­ren die alle irgend­wie zusam­men? Sind die aus einem Fer­ti­gungs­pro­zess?“ (Unter­neh­men 4, Inter­view 2)

Die Ein­füh­rung eines ein­heit­li­chen Sys­tems bzw. Erwei­te­rung des im Ver­trieb für die Ange­bots- und Auf­trags­er­fas­sung genutz­ten Sys­tems ist geplant, da die der­zeit genutzte Soft­ware ALFAK den ver­än­der­ten Ansprü­chen nicht mehr genügt. Ins­be­son­dere die digi­tale Ver­net­zung der der­zeit eher neben­ein­an­der­ste­hen­den Unter­neh­mens­be­rei­che Pro­duk­tion und Office ist hier­bei von zen­tra­lem Inter­esse. Eine wün­schens­werte digi­tale Ver­net­zung der Außen­dienst­mit­ar­bei­ter mit dem Fir­men­stand­ort wird in den Inter­views eben­falls the­ma­ti­siert. Die Befrag­ten beto­nen, dass sie wenig digi­tal arbei­ten und wün­schen sich einen höhe­ren Grad der Digi­ta­li­sie­rung sowie Auto­ma­ti­sie­rung im Unter­neh­men, um die Pro­zess­op­ti­mie­rung, höhere Struk­tu­rie­rung, Trans­pa­renz der Pro­duk­ti­ons­pro­zesse und Feh­ler­ver­mei­dung im Arbeits­pro­zess zu ermög­li­chen. Außer­dem erhof­fen sich die Inter­view­ten durch den Ein­satz des neuen Sys­tems Ein­spa­rung des Arbeits­auf­wan­des und Ver­ein­fa­chung der Arbeits­pro­zesse sowie Ver­bes­se­rung des Doku­men­ta­ti­ons­ma­nage­ments.

Die Ein­füh­rung der neuen Sys­teme bezeich­nen die Befrag­ten als einen „schlei­chen­den Pro­zess, der viel Geduld for­dert“. Jedoch wird in den Gesprä­chen deut­lich, dass die Umstruk­tu­rie­rungs­pro­zesse als drin­gend erfor­der­lich gese­hen werden, um die Wett­be­werbs­fä­hig­keit und Exis­tenz der Firma zu sichern. Die größ­ten Schwie­rig­kei­ten bei der Ein­füh­rung sind der­zeit die unvoll­stän­dige Struk­tu­riert­heit und Defi­ni­tion der Ände­rungs­pro­zesse, unklare Kom­mu­ni­ka­tion zwi­schen den Abtei­lun­gen sowie Zeit­man­gel der ver­ant­wort­li­chen Per­so­nen, da die Umstruk­tu­rie­rung im lau­fen­den Betrieb statt­fin­det.

Lieber ein paar klei­nere Sys­teme und wir gucken, dass diese ver­netzt mit­ein­an­der arbei­ten können, als ein großes, das alles abdeckt, das schaf­fen wir nicht zu betreuen, das geht nicht neben der Arbeit. Das kann ein Kon­zern machen, der da viel­leicht zehn Leute anstellt, die das dann ein­füh­ren, aber das schaf­fen wir nicht neben­her.“ (Unter­neh­men 4, Inter­view 6)

Nicht­des­to­trotz sind die Befrag­ten von dem her­ge­stell­ten Pro­dukt und den Ent­wick­lungs­po­ten­zia­len des Unter­neh­mens über­zeugt und äußern in Anbe­tracht zu erwar­ten­der Umstruk­tu­rie­rungs­pro­zesse opti­mis­ti­sche Zukunfts­aus­sich­ten.