3. Basis­da­ten

Kern­ge­schäft des Unter­neh­mens ist die Pro­duk­tion von Ver­bund­stof­fen, welche unter ande­rem in Wind­kraft­an­la­gen zum Ein­satz kommen. Mit seinen ins­ge­samt ca. 30 Beschäf­tig­ten zählt es zu den Klein­un­ter­neh­men. Es sind mit einem Anteil von etwa drei Vier­tel über­wie­gend Männer im Unter­neh­men beschäf­tigt und die Mehr­zahl der Beschäf­tig­ten sind jünger als 40 Jahre.

In der Regel sind die Beschäf­tig­ten in Voll­zeit und unbe­fris­tet ein­ge­stellt. Ein Teil der Beleg­schaft arbei­tet in Schicht­ar­beit wobei gene­rell Nacht- und Wochen­end­ar­beit mög­lichst ver­mie­den wird.

Die mobile Arbeit ist eher die Aus­nahme und beschränkt sich auf einige wenige Beschäf­tigte, die im Außen­dienst tätig sind.

5. Tech­no­lo­gi­scher Wandel

Als neue Tech­no­lo­gien werden ein 3D-Scan­ner, ein 3D-Dru­cker und ein 5-Achs­fräs Robo­ter genannt. Diese Unter­stüt­zen bei der Fer­ti­gung der benö­tig­ten Teile und führen zur Auto­ma­tion der Pro­zesse.

5.1 Anwen­dung neuer Tech­no­lo­gien

Der 3D-Scan­ner ersetzt manu­elle Inspek­tio­nen. Es ent­steht ein ein­heit­li­ches und genaus­tes 3D-Modell, mit­tels dessen, Beschä­di­gun­gen objek­tiv erkannt werden. Wei­ter­hin wird dieses Modell inner­halb der Firma wei­ter­ver­ar­bei­tet. So dient es als Mehr­wert für die Inspek­ti­ons­dienst­leis­tun­gen und gleich­zei­tig als objek­tive Grund­lage dieser. Der Ein­satz des Scan­ners ver­bes­sert zu diesem Zeit­punkt maß­geb­lich die Güte­kri­te­rien der Objek­ti­vi­tät und Relia­bi­li­tät, sowie die Beschleu­ni­gung der Pro­zess­zeit der Inspek­tion. Mes­sun­gen von gewis­sen Win­keln und Krüm­mun­gen können nun genau erfol­gen und repa­ra­tur­be­dürf­tige Aspekte werden voll­stän­dig von allen Anwendern/Inspizierenden erfasst. Auf­grund der höhe­ren Genau­ig­keit, lassen sich auch not­wen­dige Repa­ra­tur­teile prä­zi­ser fer­ti­gen.

Die zweite Inno­va­tion ist der geplante 3D-Dru­cker. Mit­tels des Dru­ckers lassen sich zukünf­tig spe­zi­fi­sche Bau­teile auto­ma­ti­siert, sehr prä­zise, roh­stoff­arm, kos­ten­güns­tig, schnell und aus unter­schied­li­chen Stof­fen fer­ti­gen. Ein wei­te­res inter­es­san­tes Ein­satz­ge­biet ist die Pro­duk­tion von spe­zi­fi­schen Repa­ra­tur­tei­len. Diese können oft inner­halb eines Arbeits­ta­ges ‚gedruckt’ und kurz­fris­tig ein­ge­setzt werden. So werden kos­ten­güns­tig Aus­fall­zei­ten mini­miert. Die Logik der Fer­ti­gungs­art ermög­licht es auch nun, Bau­teile mit innen­lie­gen­den ver­win­kel­ten Aus­höh­lun­gen zu fer­ti­gen, was früher nicht oder nur schwer mög­lich war. Die zu pro­du­zie­ren­den Bau­teile werden, mit­tels zuge­hö­ri­ger Soft­ware, als 3D-Modull am PC von der zustän­di­gen Inge­nieu­rin oder dem zustän­di­gen Inge­nieur ent­wor­fen und im Anschluss auto­ma­ti­siert gedruckt. Dieses ermög­licht auch Kun­den­mo­delle als Dienst­leis­tung zu fer­ti­gen. Nach gestar­te­tem Fer­ti­gungs­pro­zess, bedarf es keines Ein­grif­fes mehr und ist indes auch nicht mög­lich. Auf­grund dessen ist es not­wen­dig, die Pro­duk­tion des Bau­teils feh­ler­frei zu model­lie­ren, wobei die ent­spre­chende Soft­ware mit Berech­nun­gen und Simu­la­tio­nen des Drucks unter­stützt. Diese Funk­tio­nen können als Assis­tenz­sys­teme ver­stan­den werden. Die Arbeits­weise der Inge­nieu­rin oder des Inge­nieurs ändert sich von der Pro­jekt­pla­nung und dem Ent­wurf von Pro­duk­ti­ons­ket­ten zur Fer­ti­gung von Bau­tei­len, hin zur Pro­gram­mie­rung des 3D-Durckers. Dieses lässt sich eben­falls dezen­tral aus­füh­ren und glei­cher­ma­ßen als Dienst­leis­tung anbie­ten. Die fach­li­chen Her­aus­for­de­run­gen der Wer­ken­den schei­nen zu sinken, da diese die pro­gram­mier­ten Sys­teme starten/in Betrieb nehmen und das Bau­teil nicht mehr selbst fer­ti­gen. Durch die frei­wer­dende Arbeits­zeit ist es mög­lich, meh­rere dieser auto­ma­ti­sier­ten Fer­ti­gungs­sys­teme simul­tan zu bedie­nen und zu über­wa­chen. Dieses erhöht die Band­breite und beschleu­nigt die Pro­duk­tion. Andern­falls wäre die Frei­set­zung von Arbeits­kräf­ten mög­lich. Ver­gleich­bare Ent­wick­lun­gen gab es in der Firma bereits bei der Ein­füh­rung von auto­ma­ti­sier­ten Schnei­de­sys­te­men. Die Arbeits­prin­zi­pien sind analog und hatten den beschrie­be­nen Effekt zur Folge.

3D-Ducker und 3D-Scan­ner arbei­ten inte­gra­tiv. Die vom Scan­ner pro­du­zier­ten 3D-Modelle sind mit der Soft­ware des Dru­ckers kom­pa­ti­bel und können nach Feh­ler­kon­trolle über­nom­men werden. Eine Über­set­zung des Modells in Fer­ti­gungs­pa­ra­me­ter (mit­tels Pro­gram­mie­rung des Druck­pro­zes­ses) ist nach wie vor not­wen­dig. Jedoch lassen sich noch prä­zi­sere Repa­ra­tur­teile erstel­len, die sich appro­xi­ma­tiv der abso­lu­ten Feh­ler­frei­heit annä­hern.

5.2 Gründe für die Ein­füh­rung

Ver­bes­se­rung der Pro­duk­tion (prä­zi­ser, schnel­ler, kos­ten­güns­ti­ger, weni­ger Roh­stoffe, wei­tere Stoffe ein­setz­bar)

neue Geschäfts­fel­der: 3D-Scan­ner kann auch in ande­ren Berei­chen ein­ge­setzt werden, z.B. Leicht- und Pro­to­ty­pen­bau sowie Modell­er­stel­lung als Dienst­leis­tun­gen für Kunden mög­lich

6. Gesund­heit­li­che Aus­wir­kun­gen

Die phy­si­sche Belas­tung unter­schei­det sich vom aus­wer­ti­gen Inspi­zie­ren­den zum zen­tra­len Hal­len­ar­bei­ten­den. Die Erst­ge­nann­ten sind durch die Arbeit in Höhen und engen Räumen beein­träch­tigt, wohin­ge­gen die zweite Gruppe wie­der­holt Lärm, Hitze, Stäube/Dämpfe und ver­schie­dene Risi­ken beim Umgang mit Werk­zeu­gen nennt. Schwe­res Heben und kör­per­li­che Anstren­gun­gen teilen zen­tral und dezen­tral Arbei­tende.

6.1 Belas­tun­gen durch neue Arbeits­pro­zesse I

Hin­sicht­lich der phy­si­schen Belas­tun­gen haben diese durch Lärm und Hitze weiter zuge­nom­men. Neue psy­chi­sche Belas­tun­gen sind auf Seite der Hal­len­wer­ken­den in Form von simul­ta­ner Über­wa­chungs- und Bedien­pro­zesse hin­zu­ge­kom­men. Auto­ma­ti­sierte Maschi­nen müssen befüllt, gewar­tet, über­prüft und deren Erzeug­nisse ein­ge­la­gert werden. Hier­bei ist stand­ortu­n­ab­hän­gig auf akus­ti­sche und visu­elle Signale zu achten und kurz­fris­tig zu reagie­ren. Ein „schnel­les hin- und her­sprin­gen“ in Form von unfrei­wil­li­gen Unter­bre­chun­gen aktu­el­ler Arbeits­pro­zesse ist not­wen­dig. Auch der höhere Pro­duk­ti­ons­takt im Zusam­men­hang mit der grö­ße­ren Band­breite wird belas­ten­der wahr­ge­nom­men.

6.2 Belas­tun­gen durch neue Arbeits­pro­zesse II

Psy­chi­sche Belas­tun­gen und erhöhte Anfor­de­run­gen, im Bereich der für die Auto­ma­ti­ons­tech­ni­ken ver­ant­wort­li­chen Inge­nieu­rin­nen und Inge­nieure, liegen primär in den not­wen­di­gen Wei­ter­bil­dun­gen und der hohen Wei­ter­bil­dungs­fre­quenz. Inhalte des Hoch­schul­stu­di­ums sind nicht mehr aus­rei­chend. Eine Lern- und Inte­gra­ti­ons­pro­zess in die Abläufe der Firma ist not­wen­dig. Dieser ist mit einer zeit­auf­wän­di­gen Ein­ar­bei­tungs­zeit und anfäng­li­chen Fehl­be­die­nun­gen ver­bun­den. Wei­ter­hin treten umfang­rei­che Vor­be­rei­tungs­pro­zesse in den Mit­tel­punkt, um einen feh­ler­freien Ablauf der Auto­ma­tion zu gewähr­leis­ten. Die man­gelnde Mög­lich­keit des Ein­grif­fes in den Pro­duk­ti­ons­pro­zess, führen zur not­wen­di­gen Into­le­ranz von Feh­lern in der Vor­be­rei­tung oder Pro­gram­mie­rung. Die Pro­gram­mie­rung selbst ist ein zen­tra­ler Gegen­stand der Arbeit. Diese wan­delt sich von der eigent­li­chen Pro­jekt­pla­nung zur IT-Ent­wick­lung. Durch die mög­li­che dezen­trale Arbeits­weise und die Exper­tise weni­ger Inge­nieure in Ihrem Auto­ma­ti­ons­be­reich, wird eine umfang­rei­chere Erreich­bar­keit dieser Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter not­wen­dig. Dieses wird als ein mög­li­cher Stres­sor genannt.

6.3 Reak­tion der Beschäf­tig­ten auf neue Tech­no­lo­gien

Die aktu­elle Ent­wick­lung stellt für ältere Mit­ar­bei­tende der Beleg­schaft eine höhere Her­aus­for­de­rung dar, als für Jün­gere. Diese schei­nen über die schwie­ri­ge­ren Lern­be­din­gun­gen und die gerin­gere Akzep­tanz von neuen Tech­no­lo­gien medi­iert. In der Ver­gan­gen­heit führ­ten diese Her­aus­for­de­run­gen ver­ein­zelt zu Mit­ar­bei­ter­frei­set­zun­gen.

6.4 Ent­las­tun­gen für Beschäf­tigte

Ver­let­zungs­ge­fah­ren, kör­per­li­che Anstren­gun­gen und Ein­flüsse von Dämp­fen auf die Beleg­schaft, konn­ten mit­tels der neuen Tech­no­lo­gien gesenkt werden. Abge­nom­men hin­ge­gen hat die Ver­ant­wor­tung am Fer­ti­gungs­pro­zess. Dieses wurde posi­tiv kon­no­tiert.

7. Arbeits- und Gesund­heits­schutz

Neue Tech­no­lo­gien führ­ten haupt­säch­lich zur Not­wen­dig­keit von Sicher­heits­schu­lun­gen, Schutz­be­klei­dun­gen und –Aus­rüs­tun­gen. Bei jeder Ein­füh­rung von Tech­no­lo­gien wird das Risi­ko­po­ten­tial ein­ge­schätzt und ent­spre­chende Maß­nah­men ergrif­fen.

8. Per­so­nal­ent­wick­lung & -manage­ment

Ein eta­blier­tes Füh­rungs­sys­tem gibt es nicht, es erfolgt eine indi­vi­du­elle und intui­tive Füh­rung nach per­sön­li­chem Stil, der ver­ant­wort­li­chen Füh­rungs­kräfte. Diese sind in Ver­wal­tung und Pro­duk­tion auf­ge­teilt. Per­so­nal­ge­sprä­che von Mit­ar­bei­ten­den erfol­gen jähr­lich, mit der jewei­li­gen Füh­rungs­kraft und der Per­so­nal­ver­ant­wort­li­chen. In diesem werden posi­tive und nega­tive Ent­wick­lun­gen ange­spro­chen und zurück­ge­mel­det. Über Ver­ein­ba­run­gen und Schu­lun­gen werden ver­sucht Defi­zite zu mini­mie­ren. Die Rück­mel­dung des Mit­ar­bei­ten­den und der Füh­rungs­kraft erfol­gen zusätz­lich über einen eige­nen, nicht vali­dier­ten Fra­ge­bo­gen. Zur Pro­blem­ana­lyse ist für die Beleg­schaft, ein wei­te­rer anony­mer Fra­ge­bo­gen, im Gespräch. Auch über team­bil­dende Maß­nah­men wie gemein­same Sport­events wird nach­ge­dacht, jedoch noch nicht kon­kret geplant.

8.1 Per­so­nal­ent­schei­dun­gen im Kon­text neuer Tech­no­lo­gien

In der Ver­gan­gen­heit muss­ten Teile der Beleg­schaft frei­ge­setzt werden, die den Her­aus­for­de­run­gen des tech­ni­schen Anspruchs nicht genüg­ten. Die Ein­stel­lung zu diesen Themen spielt für die Per­so­nal­ab­tei­lung eine große Rolle und soll ver­ein­zelt die Wei­ter­ent­wick­lung behin­dert haben. In Ein­stel­lungs­ge­sprä­chen wird Tech­nik­kom­pe­tenz vor­aus­ge­setzt und auch dahin­ge­hend ent­schie­den.