4. Gesund­heit­li­che Be- und Ent­las­tung

Es gibt ca. 1000 Mit­ar­bei­tende in der Halle. In der Fall­stu­die ist ein Schicht­sys­tem instal­liert, wel­ches in drei Schich­ten ein­ge­teilt ist. Es gibt pro Schicht ca. 300 Mit­ar­bei­tende.

Unter­stüt­zung von Leih­ar­bei­tern erhal­ten die Beschäf­tig­ten dabei beson­ders frei­tags- bis mon­tags – Schich­ten, die auf­grund dieser Zeit­lage am Wochen­ende bei den Beschäf­tig­ten eher ungern über­nom­men werden. Diese Lücken und wei­tere per­so­nelle Eng­pässe glei­chen Leih­ar­bei­tende aus. Obwohl eine Anlern­phase für neue Mit­ar­bei­tende eta­bliert ist, kommt es bei Leih­ar­bei­ten­den, die zum Wochen­ende erst­mals am Stand­ort ein­ge­setzt werden, zu stark ver­kürz­tem Ein­ar­bei­ten.

Es gibt einen star­ken Erfolgs­druck, der psy­cho­lo­gisch auf die Mit­ar­bei­ten­den wirkt. Zum einen kann dies bei den Leih­ar­bei­ten­den auf­tre­ten, die Auf­grund der Stel­lung im Unter­neh­men als „Lücken­fül­ler“ unsi­chere Arbeits­ver­hält­nisse haben und sich damit stets in der Exis­tenz bedroht fühlen können. Zum ande­ren kon­kur­riert das Unter­neh­men mit ande­ren Stand­or­ten unter­ein­an­der. Dies führt dazu, dass die Beschäf­tig­ten gegen Beschäf­tigte in ande­ren Werken direkt kon­kur­rie­ren. Wenn ein Werk ein schlech­te­res Ergeb­nis in Bezug auf Pro­duk­tion und Effi­zi­enz hat, dann kann das Werk bei Kapa­zi­täts­an­pas­sun­gen womög­lich eher von einem Abbau von Kapa­zi­tä­ten oder gar Schlie­ßung betrof­fen sein. Diese psy­cho­lo­gi­sche Belas­tung setzt die Mit­ar­bei­ten­den unter Druck. Zudem gibt es Vor­ga­ben, wonach die Pro­duk­ti­vi­tät eines Stand­orts jedes Jahr um 3 % effek­ti­ver sein muss. Dieser Mess­wert schafft zusätz­lich Druck. Es gibt also in dem Unter­neh­men eine psy­cho­lo­gi­sche Belas­tung durch Kon­kur­renz indi­vi­du­ell in der Orga­ni­sa­tion (Leih­ar­bei­tende und Fest­an­ge­stellte) und unter­ein­an­der in der Orga­ni­sa­tion in Grup­pen (Stand­or­ten).

Als phy­sio­lo­gi­sche Belas­tung kann die Fließ­band­ar­beit betrach­tet werden. Die teil­weise ste­tige Kon­zen­tra­tion bei über­wa­chen­den und prü­fen­den Auf­ga­ben sowie die Mono­to­nie bei sich wie­der­ho­len­den ein­fa­chen Hand­grif­fen belas­ten die Arbei­ten­den. Dem gegen­über steht Auto­ma­tion, die bis­he­rige Tätig­kei­ten über­flüs­sig machen. Als Bei­spiel ist hier der Ent­fall von Ver­pa­ckungs­tä­tig­kei­ten genannt.