4.2 Kör­per­li­che Be- und Ent­las­tun­gen

Grö­ßere tech­no­lo­gi­sche Ver­än­de­run­gen hat es vor oder wäh­rend der Befra­gun­gen im Unter­neh­men nicht gege­ben. Ent­spre­chend werden keine nen­nens­wer­ten Ver­än­de­run­gen kör­per­li­cher Gefähr­dun­gen, Be- und Ent­las­tun­gen ange­ge­ben.

Nach­fol­gend werden kör­per­li­che Belas­tun­gen und Gefähr­dun­gen sowie die ergrif­fe­nen Schutz­maß­nah­men tabel­la­risch auf­ge­führt, die sich (unab­hän­gig vom tech­no­lo­gi­schen Wandel) im Unter­neh­men finden lassen (s. Tabelle 1). Der Fokus liegt dabei auf der Pro­duk­tion. In Abhän­gig­keit vom Arbeits­platz können die Belas­tun­gen vari­ie­ren.

Tabelle 1: Kör­per­li­che Gefähr­dun­gen, Schutz­maß­nah­men und sich daraus erge­bene Hin­weise

bestehende Gefähr­dung Schutz­maß­nah­men, Hilfs­mit­tel (Aus­wahl) Emp­feh­lun­gen, Hin­weise der Autoren
Strom Lehr­gänge; Arbeits­an­wei­sun­gen zu Prüf­vor­gän­gen (in Vor­be­rei­tung); am Ende des Arbeits­ta­ges alle Heiß­ge­räte vom Netz nehmen Fer­tig­stel­lung und Nut­zung der Arbeits­an­wei­sung zu Prüf­vor­gän­gen
Arbeits­um­ge­bung: Hitze, Schutz­klei­dung (Rein­raum-Over­alls, Hand­schuhe, Haube, Schuhe, ggf. Mund­schutz), Heben, Tragen, Knien, Über­kopf­ar­beit, Arbeit in engen Räumen, mono­tone Kör­per­hal­tun­gen (vor allem Office), Feucht­ar­beit (Hand­schuhe), Höhen­ar­beit Berück­sich­ti­gung kör­per­li­cher Pro­bleme bei der Ein­satz­pla­nung; Knie­kis­sen (Eigen­bau); boden­nahe Roll­sitze, Hebebühnen/ Traghilfen/ Gestelle (vor allem beim Kunden durch beengte Räum­lich­kei­ten nur begrenzt nutz­bar); latex­freie Hand­schuhe; Haut­pfle­ge­mit­tel; z.T. höhen­ver­stell­bare Tische (Abtei­lung Kon­struk­tion) Rück­sicht­nahme auf kör-per­li­che Pro­bleme bei Ein­satz­pla­nung auch nach Fusion mög­lich?; Nut­zung von Trag­hil­fen ver­bes­sern, Bewe­gung an Bild­schirm­ar­beits­plät­zen anre­gen Ver­füg­bar­keit der Hilfs­mit­tel vor Ort beim Kunden ver­bes­sern, Inves­ti­tion in pro­fes­sio­nelle Knie­kis­sen, höhen­ver­stell­bare Mon­ta­ge­vor­rich­tun­gen
Che­mi­sche Gefahr­stoffe: Löt­dämpfe, Iso­pro­pa­nol, Öl, Schmier­stoffe, Kleber, Etha­nol Absaug-/Fil­ter­an­lage, Latex­freie Hand­schuhe, Aus­hänge Gefahr­stoff­hin­weise; Schutz­klei­dung; Arbeitsanweisung/Belehrung
Wei­tere Ein­wir­kun­gen: UV-Licht, Laser, Lärm, Rein­raum-Luft (kli­ma­ti­siert, tro­cken) Schutz­bril­len; Leis­tungs­über­prü­fung (Laser­mess­ge­rät); Arbeitsanweisung/Belehrung
Mecha­ni­sche Gefähr­dung: Stoßen, Quet­schen, her­un­ter­stür­zende Teile, beweg­li­che Teile (Robo­ter), scharfe Werk­zeuge, Heiß­ge­räte Not-Aus-Knöp­fe/­Tot­mann­schal­ter; Helm­pflicht; Arbeitsanweisung/Belehrung

Mit Blick auf das auto­ma­ti­sierte Lager­lift­sys­tem wird erwar­tet, dass kör­per­li­che Belas­tun­gen abneh­men. Alle Teile, die in diesem System ein­ge­la­gert sind, werden zu zen­tra­len, ergo­no­misch güns­ti­gen Aus­ga­be­fens­tern beför­dert. Damit ent­fal­len sowohl Lauf­wege als auch das Heben zum Teil schwere Kisten aus ergo­no­misch ungüns­ti­gen Reg­al­po­si­tio­nen.

Aktu­ell noch nicht rele­vant, aber per­spek­ti­visch von Bedeu­tung können die Gefähr­dun­gen im Zusam­men­hang mit Rei­se­tä­tig­keit sein, vor allem in Län­dern mit Gesund­heits­ge­fah­ren wie Hepa­ti­tis o.ä. In diesem Fall muss der betreu­ende Betriebs­arzt Imp­fun­gen und spe­zi­fi­sche Vor­sorge in seinem Ange­bot berück­sich­ti­gen.