3.2 Digi­ta­li­sie­rung, Daten­er­fas­sung und Ver­net­zung

Die ein­zel­nen Berei­che des Unter­neh­mens unter­schei­den sich stark im Umfang der Digi­ta­li­sie­rung von Pro­zes­sen. Es wird dabei ver­schie­dene Soft­ware genutzt: Excel für Lie­fer­ter­min­über­wa­chung und zur Pro­dukt­frei­gabe, seit 2009 das Pro­gramm SAP als Waren­wirt­schafts­sys­tem zur Pro­duk­ti­ons­pla­nung/-steue­rung, Ein­kauf und Lager­ver­wal­tung sowie CAD in der Kon­struk­tion zur Erstel­lung von 3D-Model­len. Digi­tale Daten werden für die Erstel­lung von Fol­ge­an­ge­bo­ten sowie für die Pla­nung der War­tungs­not­wen­dig­keit genutzt. Bestel­lun­gen erfol­gen aus­schließ­lich über SAP. Per­spek­ti­visch soll diese Soft­ware mit den Online-Shops von Anbie­tern und Zulie­fe­rern ver­bun­den werden. Ver­sor­gungs­kreise werden über SAP gesteu­ert (z. B. Nach­schub von Ver­brauchs­ma­te­rial), dies erfolgt aber hän­disch und nicht auto­ma­tisch. Dar­über hinaus werden aus der Abtei­lung Kon­struk­tion Daten aus den CAD-Model­len extra­hiert, mit vor­han­de­nen SAP-Daten sys­tem­sei­tig und auto­ma­tisch abge­gli­chen und ggf. neue Daten in das SAP ein­ge­speist, das dann die Anga­ben zu Stück­zah­len ein­zel­ner Bau­grup­pen für den gesam­ten Pro­duk­ti­ons­auf­trag lie­fert. Die Bestel­lung erfolgt dann eben­falls hän­disch.

Neben den Mitarbeiter*innen der Kon­struk­ti­ons­ab­tei­lung arbei­ten auch die Beschäf­tig­ten der Berei­che Soft­ware-Ent­wick­lung und Inbe­trieb­nahme vor­wie­gend digi­tal, da hier die Pro­gram­mie­rung der Pro­dukte die zen­trale Auf­gabe dar­stellt. In der Elek­tro-Mon­tage werden Schalt­pläne und Modelle, die in der Kon­struk­tion in CAD erstellt wurden, vor­ran­gig noch analog genutzt. Arbeits­schritte und Ände­run­gen in Schalt­plä­nen werden hän­disch auf Papier doku­men­tiert. Ände­rungs­hin­weise der Monteur*innen, beson­ders bei der Pro­to­ty­pen­fer­ti­gung, gehen in ana­lo­ger Form an die Kon­struk­ti­ons­ab­tei­lung zurück und werden dort berück­sich­tigt. Diese Infor­ma­tio­nen werden erst final in eine digi­tale Ver­sion über­nom­men. Schalt­pläne liegen neben der Papier­ver­sion jedoch auch digi­tal vor und können in pdf-Viewer ein­ge­se­hen werden. Dort kann auch der Abruf wei­te­rer Infor­ma­tio­nen erfol­gen (z. B. SAP-Nummer der Bau­teile). Die Nut­zung digi­ta­ler 3-D-Modelle erfolgt ver­stärkt in der Mecha­ni­schen Mon­tage.

Mobile End­ge­räte (vor­ran­gig Smart­pho­nes) werden in erster Linie von Beschäf­tig­ten in den Berei­chen Ser­vice, Kon­struk­tion und Ver­trieb und vor­ran­gig für die Kom­mu­ni­ka­tion genutzt, weni­ger für den Zugriff auf Fir­men­da­ten, Pro­dukte oder Inhalte. Ein­zelne Beschäf­tigte im Ver­trieb arbei­ten auch mit Tablets. Wenn­gleich für alle Beschäf­tigte ein eige­ner Login geschaf­fen wurde, ist der Zugang zu digi­ta­len Infor­ma­tio­nen für Team­lei­ter und Beschäf­tigte aus dem Office-Bereich ein­fa­cher als für Beschäf­tigte aus der Pro­duk­tion, da sie eigene Rech­ner haben. In der Pro­duk­tion teilen sich meh­rere Beschäf­tigte einen Rech­ner.

Die Kom­mu­ni­ka­tion zwi­schen den Abtei­lun­gen und Beschäf­tig­ten erfolgt zuneh­mend per Email. Im Unter­neh­men 1a gibt es für Bekannt­ma­chun­gen aber auch ein „Schwar­zes Brett“, das an einem für alle zugäng­li­chen Ort auf­ge­hängt ist. Eben­falls analog erfolgt die Erfas­sung von Daten wie Arbeits­zeit, Urlaubs­an­träge, Anmel­dun­gen für Vor­sor­ge­un­ter­su­chun­gen oder Ähn­li­ches: es werden Papier­lis­ten genutzt.

In digi­ta­ler Form liegen Pro­zess­da­ten der Robo­ter beim Kunden vor. Bei einem Teil der Kunden gibt es auch eine direkte Ver­net­zung zwi­schen Zulie­fe­rer und den Anla­gen beim Kunden. Auf Anla­gen­da­ten kann bei diesen Kunden direkt zuge­grif­fen werden, um z. B. Feh­ler­ana­ly­sen vor­zu­neh­men. Über die Aus­wer­tung von Feh­ler­da­ten hinaus erfolgt jedoch keine Nut­zung wei­te­rer Pro­zess­da­ten.

Im fusio­nier­ten Unter­neh­men 1 ist geplant, weit­ge­hend die Pro­zesse des Unter­neh­mens 1b zu nutzen, die bereits in stär­ke­rem Ausmaß digi­ta­li­siert sind. Dies betrifft einer­seits die Kom­mu­ni­ka­tion, die neben Emails über eine Share­point-Platt­form und wöchent­li­che News­let­ter erfolgt. Über den Share­point wird auch die Erfas­sung von Daten wie Urlaubs­an­trä­gen und die elek­tro­ni­sche Zeit­er­fas­sung rea­li­siert. Aus dem Unter­neh­men 1a hin­ge­gen, wird hin­ge­gen das Waren­wirt­schafts­sys­tem SAP für das Gesamt­un­ter­neh­men über­nom­men, so dass dies wie­derum eine Neue­rung für die Kolleg*innen des Unter­neh­mens 1b sein wird, die Schu­lun­gen erfor­dert. Auch wird nach der Fusion eine stär­kere Ver­net­zung von Daten durch eine höhere Kom­pa­ti­bi­li­tät der Soft­ware erfol­gen (z. B. Ver­knüp­fung von Out­look, CAD sowie Zeit­er­fas­sung mit SAP). Rele­vante, analog anfal­lende Doku­mente sollen (z. B. als Scan) in SAP ein­ge­pflegt werden. Eben­falls neu wird die inte­grierte Buch­hal­tung sein (der­zeit noch extern ver­ge­ben): hier soll SAP stär­ker inte­griert werden. In etwas fer­ne­rer Zukunft besteht der Wunsch, die Doku­men­ta­tion der Arbeits­schritte in der Elek­tro­mon­tage eben­falls zu digi­ta­li­sie­ren und die Beschäf­tig­ten dafür mit Tablets aus­zu­stat­ten.

Die größte tech­ni­sche Neue­rung nach der Fusion und dem Umzug an einen neuen Stand­ort ist die Instal­la­tion eines auto­ma­ti­sier­ten Lager­lift­sys­tems. Es wird mit SAP ver­knüpft, so dass Bestandsdaten auto­ma­tisch in SAP hin­ter­legt werden. Für jeden Pro­duk­ti­ons­auf­trag gibt es eine Liste mit Bau­grup­pen und dazu­ge­hö­ri­gen Mate­ria­lien. Diese werden ent­we­der unmit­tel­bar bei Bedarf bei Zulie­fe­rern bestellt oder dem eige­nen Lager­be­stand ent­nom­men. Das Lager­lift­sys­tem besteht aus einer Viel­zahl von Tableaus, die über ein elek­tro­ni­sches Rota­ti­ons­sys­tem beför­dert werden und die eine Aus­las­tung des Raums bis unter die Decke ermög­li­chen. Auf jedem Tableau befin­den sich num­me­rierte Fächer, die mit Mate­ria­lien bestückt sind. In SAP ist zu jedem Teil die ent­spre­chende Lager-Fach­num­mer hin­ter­legt. Die in SAP zu jedem Pro­duk­ti­ons­auf­trag hin­ter­leg­ten Bau­grup­pen und Mate­ria­lien können somit im Lager­lift­sys­tem gezielt ange­steu­ert werden. Die Ansteue­rung erfolgt über ein Reg­al­be­dien­ge­rät. Das ange­steu­erte Tableau wird zu einer etwa hüft­ho­hen Aus­ga­be­öff­nung beför­dert, so dass die Ent­nahme aller Teile immer von der­sel­ben Posi­tion aus erfolgt. Die Ent­nahme der Bau­teile wird dann vom Lagermitarbeiter*in über das System bestä­tigt, was wie­derum in SAP gespei­chert wird. Somit ermög­licht das Auto­ma­tik­la­ger gleich­zei­tig eine Bestands­kon­trolle und Kom­mis­sio­nie­rung.