Instrumente zur Prävention arbeitsbedingter Belastungen in der digitalen Arbeit

In Anbetracht des Bedeutungszuwachses psychosozialer Belastungen im Arbeitsgeschehen erkannte der Gesetzgeber die Notwendigkeit, die psychische Gesundheit der Beschäftigten in besonderem Maße zu schützen. Seit 2013 sind daher Arbeitgeber gemäß ArbSchG §5 verpflichtet eine Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen durchzuführen. Zu deren Minimierung sollen daraus geeignete Maßnahmen abgeleitet und umgesetzt werden.

Entwickelt wurden drei Instrumente zur Erfassung und Prävention von Belastungen, die im Zusammenhang mit Arbeit 4.0 auftreten:

  • GAP-Modul: Fragebogen-Instrument zur Ergänzung der
    Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen
  • Workshop: Digitale Kommunikation im Unternehmen;
    Umgang mit Informationsüberflutung am Arbeitsplatz
  • Handreichung: Umgang mit personenbezogenen Daten
    in Zeiten des technologischen Wandels

Zielgruppen

Alle Instrumente richten sich an die betrieblichen Akteur*innen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes. Dabei sind beim Einsatz der Gefährdungsbeurteilung (GAPModul) und der Ableitung von Maßnahmen vor allem Arbeitsmediziner*innen und Fachkräfte für Arbeitssicherheit aufgrund ihrer Expertise die zentralen Ansprechpartner*innen. Der Workshop und die Handreichung richten sich auch an Arbeitnehmer*innen und Betriebsrät*innen sowie unternehmensinterne Verantwortliche für die entsprechenden Themen.

Aufbau

GAP-Modul

Erfragt werden mit dem GAP-Modul drei Bereiche:

  1. Nutzung von Technologien bei der eigenen Arbeit: Einsatz und Nutzung digitaler Daten, Kommunikationsmittel und Vernetzung von Robotik und Automaten
  2. Belastungen im Zusammenhang mit neuen Technologien: Belastungen am Arbeitsplatz, die sich als besonders relevant im Zusammenhang mit der Einführung neuer Technologien gezeigt haben und die in gängigen Gefährdungsbeurteilungen nur unzureichend erfasst werden (z. B. große Informationsmengen, Notwendigkeit ständiger Weiterbildung)
  3. Bewertungen der Arbeit mit neuen Technologien: Einschätzung, inwiefern neue Technologien die Arbeit und Arbeitsbedingungen verändert haben

Workshop

Der Halbtagesworkshop ist für einen zeitlichen Umfang von 4 Stunden
(+ 45 Minuten Pause) konzipiert und setzt sich aus Phasen der Wissensvermittlung, der Diskussion, sowie Arbeitsphasen in Kleingruppen zusammen, in denen Problembereiche identifiziert und gemeinsam entwickelte Lösungsideen in unternehmensbezogene Vereinbarungen überführt werden.

Handreichung

Die Handreichung gliedert sich in drei thematische Schwerpunkte:

  1. Einleitung – Grundlagen und Begriffe
  2. Bedeutung des Schutzes personenbezogener Daten aus
    arbeitspsychologischer sowie juristischer Perspektive
  3. Was bedeutet das für die Praxis? – Handlungshilfen für Arbeitgeber*innen, Arbeitnehmer*innen und Betriebsrät*innen und ein Serviceteil mit Checklisten und Ansprechpartner*innen.

Unterlagen und Hilfsmittel

GAP-Modul

Das GAP-Fragebogen-Modul steht als PDF-Dokument zur Verfügung. Damit kann es als Druckvorlage für schriftliche Paper-Pencil-Befragungen sowie zur Einspeisung in digitale Befragungsformate genutzt werden. Nutzer*innen steht außerdem ein Manual mit Hinweisen zur Durchführung, Auswertung und Interpretation der Ergebnisse, sowie mit Informationen zur Fragebogenentwicklung zur Verfügung.

Workshop

Durch den Halbtagesworkshop leitet ein Foliensatz im Sinne eines Dozierendenvortrags mit Hintergrundinformationen und unterstützenden Instruktionen für die moderierte Gruppenarbeit. Die Workshop-Folien liegen als PDF-Dokument vor. Um verschiedenen betrieblichen Akteur*innen das erforderliche Wissen zum Thema sowie eine Hilfestellung zum Anleiten und
Durchführen des Workshops zur Verfügung zu stellen, finden sich in einem begleitenden Dozierendenleitfaden (PDF-Dokument) weiterführende Informationen.

Handreichung

Die Handreichung werden im Gesamten als PDF-Dokument bereitgestellt. Somit ist sie den betrieblichen Akteur*innen jederzeit und unkompliziert zugänglich. In direkter Verbindung mit der Handreichung werden dem Nutzer*innenkreis eine Checkliste zum Einführungsprozess, eine Handlungshilfe bei Verstößen gegen den Datenschutz und eine Checkliste zur Bewertung verschiedenster technischer Lösungen zur Verfügung gestellt. Diese Materialien stehen auch separat zum Abruf bereit.


 

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(CC BY-NC-ND 4.0)

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