12. Silicon Saxony Day: Sachsens Mikroelektronik- und IKT-Branche im Aufbruch

GAP-Projektpartner treffen sich auf dem Silicon Saxony Day 2017 in Dresden

Der Mikroelektronik- und IKT-Standort Sachsen – einer der führenden, wohl auch der größte in Europa – ist in Aufbruchstimmung. Das Resümee des erstmals englischsprachigen 12. Silicon Saxony Day kann nicht anders lauten. Am 19. und 20. Juni netzwerkten mehr als 400 Entscheider, Fachkräfte und Branchenkenner aus Wirtschaft, Industrie, Wissenschaft, Forschung und Politik intensiv im DGUV Congress in Dresden. Zahlreiche Keynotes namhafter Referenten und Unternehmen, wie z.B. IBM, Kuka und Yole, beleuchteten hier die „Hot Topics“ der Mikroelektronik- und IKT-Branche. Sechs Expert Sessions informierten – von Connected Wearables, Smart Health und dem Internet der Dinge bis zu den aktuellen Automotive Megatrends sowie der Drohnen Technologie. Die kommenden sächsischen Smart System Hubs in Dresden sowie Leipzig wurden hier erstmal intensiv beleuchtet. Ein Science Pitch rückte die spannende Wissenschafts- und Forschungslandschaft Sachsens in den Mittelpunkt sowie eine Ausstellung die neuesten Innovationen „Made in Saxony“. B2B-Meetings und ein Speed Dating mit talentierten Studenten bzw. Absolventen zahlreicher deutscher Universitäten verknüpften schließlich Theorie mit Praxis. Eines wurde bei all dem mehr als deutlich: Sachsen hat die Kraft und das Know-how die Welt von morgen zu bewegen, zu gestalten und zu begeistern.

      
GAP-Projektpartner trafen sich zur Besprechung des nächsten Silicon Saxony Arbeitskreises „Gesundes Arbeiten 4.0“ , der im Oktober 2017 bei der T-Systems MMS in Dresden stattfindet.

Weitere Informationen:

12. Silicon Saxony Day: www.silicon-saxony.de/silicon-saxony-day

Die Digitalisierung fordert die Schlüsseltechnologien heraus und diese reagieren

GLOBALFOUNDRIES Dresden, Infineon Technologies, X-FAB – zahlreiche Halbleiterproduzent investierten in den vergangenen zwei Jahrzehnten im großen Stil in Sachsen. Der PC-, Handy- und allgemeine Elektronik-Boom machten es möglich. Allein Infineon kommuniziert für diesen Zeitraum eine Investitionssumme von mehr als drei Milliarden Euro, allein in Dresden. Nach dem anfänglichen Aufschwung der Nachwendezeit bis hinein in die späten 90er Jahre wurde es allerdings ruhiger. Die letzte neue Halbleiterfabrik errichtete AMD im Jahre 1999. Umso elektrisierter zeigte sich Sachsen, als bereits Anfang diesen Jahres mit GLOBALFOUNDRIES ein erster Branchenriese eine Investition von 1,5 Milliarden Euro in Sachsen ankündigte. Der nächste Paukenschlag sollte folgen. Die Robert Bosch GmbH errichtet bis 2019 die erste neue Halbleiterfabrik seit 1999 in Europa, wo sonst als in Dresden. Eine Milliarde Euro fließen in den Neubau. Rund 700 Arbeitsplätze entstehen direkt im Werk. Weitere 600 könnten bei Zulieferern im Umfeld der Fab folgen.

„Nach fast zwanzig Jahren wird es nun den ersten kompletten Neubau in Europa geben – und das in Sachsen. Das ist eine sehr gute Nachricht und spiegelt die positive Entwicklung des Standortes in den letzten Jahren wider“, zeigte sich Heinz Martin Esser, Vorstand des Branchenverbands Silicon Saxony e. V., entsprechend begeistert. Die Digitalisierung in nahezu allen Lebensbereichen, von Bildung über Produktion, Einzelhandel und Logistik bis zu Mobilität und Kommunikation fordert aktuell die Schlüsseltechnologien, wie die Mikroelektronik, heraus. Und diese reagieren, investieren im großen Stil in neue Werke, neue Fertigungstechniken sowie neue Produkte. Dieser neue Aufwind war auch während des 12. Silicon Saxony Day in Dresden deutlich spürbar. Zahlreiche Ideen suchten vor Ort die dafür notwendigen Technologien und passenden Lösungen. Neue Produkte informierten sich über  Geschäftsmodelle am Puls der Zeit.

Hohes Interesse an Industrie 4.0 – Mensch trifft Maschine

Schon zu Beginn des 12. Silicon Saxony Day zeigte z.B. der Field Trip zum “Industrial Internet of Things Test Bed” der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden (HTW), einer Industrie 4.0 Modellfabrik, das riesige Interesse an der Überführung klassischer Produktionsmodelle in modernste Fertigungslösungen der 4. Generation (Industrie 4.0). Bereits weit vor der Veranstaltung war die maximale Teilnehmerzahl erreicht. Während der Keynote Session am ersten Veranstaltungstag zählte dann auch der Vortrag des Maschinen- und Roboterproduzenten Kuka zur Verknüpfung von Mensch und Maschine im Umfeld der Industrie 4.0 zu den klaren Höhepunkten. Selbst in den Expert Sessions des zweiten Veranstaltungstages spielte das industrielle Trendthema der Gegenwart in allen Bereichen eine entscheidende Rolle, wurde in nahezu jedem Veranstaltungsteil jeweils themenspezifisch unterstrichen.

Fachsessions begeistern internationales Publikum

Korea, Frankreich, Belgien, Russland, Österreich, Tschechien – der 12. Silicon Saxony Day durfte dank seiner erstmals rein englischsprachigen Ausgestaltung ein fachkundiges internationales Publikum in Sachsens Landeshauptstadt begrüßen. Speziell die Fachsessions am zweiten Veranstaltungstag stießen auf rege Beteiligung. Die Fülle der hochaktuellen Topthemen machte die Auswahl jedoch schwer. In jeweils vier Seminarräumen fanden über den Tag hinweg acht Session zum Teil parallel statt. Die Bandbreite der in kurzen Expertenvorträgen präsentierten Themen war enorm. Software, Hardware, Forschung, moderne Produktion, neue Geschäftsmodelle und vieles mehr folgte Schlag auf Schlag. Experten von kleinen Startups über namhafte Forschungsinstitute bis zu Weltmarktführern stellten beeindruckende Technologien und Lösungen vor. Eines der meistgelobten Highlights präsentierte schließlich Andreas Schanzenbach, Geschäftsführer einer Kreativagentur. Mit seinem atemraubenden Frontalangriff zum Thema „Zukunft der Mobilität“ ließ er staunende Gesichter zurück, präsentierte im „Schnellfeuer“ Ideen und Konzepte des Automotive Bereichs.

Kooperation, Internationalisierung und beste Aussichten für Standort Silicon Saxony

Netzwerken, der Ausbau internationaler Kooperationen und der Austausch zwischen Experten waren zentrale Ziele des 12. Silicon Saxony Day. „Wir können mit Stolz behaupten, das ist uns gelungen“, erklärt Gitta Haupold, Geschäftsführerin des Silicon Saxony e. V. „Wir haben an zwei Veranstaltungstagen erlebt, wie aufregend, innovativ und abwechslungsreich Sachsen inzwischen aufgestellt ist. Nicht nur die Experten unserer Mitgliedsunternehmen malten ein durchweg positives Bild für die kommenden Jahre und Jahrzehnte. Auch die Forscher und Wissenschaftler unseres Standortes beeindruckten mich mit ihren Projekten und Visionen. So war der Science Pitch, bei dem Wissenschaftler aus unterschiedlichen Fachbereichen ihre neuesten Forschungsprojekte in dreiminütigen Präsentationen vorstellten, eines meiner Highlights. Aber auch zu sehen, wie eine Rekordteilnehmerzahl an Studenten und Absolventen deutscher Universitäten sich beim Speed Dating um Jobs in Sachsen bewerben, stimmt mich zuversichtlich. Der Standort Silicon Saxony ist auf einem hervorragenden Weg. Ich bin gespannt auf die kommenden Jahre und natürlich auch auf den 13. Silicon Saxony Day.“